Wohnmobil Urlaub Frankreich - ein Reisebericht Seite 1

In der Auvergne
In der Auvergne

Diesmal hatten wir uns eine kleine Tour de France vorgenommen. Da wir die französischen Küsten schon recht gut kennen, sollte es ins Innere des Landes gehen. Auf eine genauere Planung hatten wir verzichtet. Wir wollten spontan entscheiden, was die jeweils nächste Station sein soll. Unsere wichtigsten Hilfsmittel waren der Michelin-Atlas, aus dem man viele touristische Infos beziehen kann, Wikipedia und Open Street Maps. Unerwartet sind wir dabei an einer großen Anzahl von UNESCO Welterbe-Stätten vorbeigekommen, die allesamt sehenswert waren.

Wir besuchten Lothringen, die Champagne, Paris, die Loire, die nördliche Auvergne und die Vogesen. Es war ein toller Urlaub, auch wenn das Wetter manchmal nicht so recht mitgespielt hat.

Insgesamt haben wir 3600 Fotos nach Hause gebracht, aus denen wir 250 ausgesucht haben, um diesen Reisebericht zu bebildern. Wir hoffen, dass es ein wenig gelungen ist.

Ein paar Reise-Impressionen als Slideshow Video

Für eine Darstellung in Bildschirmgröße klicken Sie rechts unten in das kleine Symbol neben "YouTube". Links daneben kann man an dem Zahnrad die Aulösung einstellen. Am besten ist natürlich 1080p HD - wenn es den eigenen PC nicht überfordert. Es gibt auch Musik dazu.

Unsere kleine Tour de France im Innern von Frankreich:

Unsere kleine Tour de France
Unsere kleine Tour de France

Trier
Luxemburg
Metz
Nancy
Verdun
Epernay
Disneyland Paris
Paris
Versailles
Orleans
Blois
Amboise
Saumur
Chaine de Puys (Auvergne)
Belfort
Vogesen
Straßburg

Tag 1 Samstag Abfahrt

Der Tag ist heiß, sehr heiß. Wir gehen das Packen gemütlich an und kommen kurz nach 20 Uhr los.
Als es dunkel wird, stellen wir fest, dass die Birne des rechten Scheinwerfers ihren Geist aufgegeben hat und beschließen nicht mehr so weit zu fahren. Es soll Richtung Trier gehen. Hinter Rheinböllen fahren wir auf einen Parkplatz an einem Waldsee.

Tag 2 Sonntag - Bernkastel-Kues, Trier

Wieder einmal ein großes Lob für Open Street Maps! Der Parkplatz am Argenthaler Waldsee ist ein Volltreffer. Wir unternehmen nach dem Aufstehen einen kleinen Spaziergang um den See und fahren dann über die Hunsrück-Höhenstrasse bis an die Mosel, genauer gesagt, bis Bernkastel-Kues. Gegenüber von Bernkastell finden wir einen Parkplatz für Wohnmobile, auf dem man aber nur tagsüber stehen darf. Dieses kleine Mosel-Städtchen ist wirklich sehenswert. Die vielen hübschen Fachwerkhäuser, der kleine Marktplatz, die vielen anderen Plätze, Ecken und Nischen - zauberhaft.

Unsere nächste Station ist Trier. Wir fahren direkt an der Mosel entlang - unter heftigen Protesten unseres Navis. Wir schalten ihn ab.
In Trier beziehen wir Quartier auf dem Stellplatz in den Mosel-Auen. Abends geht es mit dem Rad ca. 2 km in die Innenstadt. Der große Hauptmarkt ist sehr beeindruckend. Am Ende sieht man die gigantische Porta Nigra, das berühmte, fast 2000 Jahre alte römische Stadt-Tor. Ebenso wie die Porta Nigra steht der Dom zu Trier auf der Liste des Unesco-Welterbes.

Tag 3 Montag - Luxemburg, Metz

In Trier lassen wir das Scheinwerfer-Birnchen auswechseln.

Unsere nächste Station ist Luxemburg Stadt. Erstaunlicherweise finden wir auf Anhieb einen Parkplatz für unser Wohnmobil. Während unseres dreistündigen Spaziergangs besuchen wir die Kasematten, die auch zum Unesco Welterbe gehören, laufen die Festungsmauern entlang und bummeln durch die Innenstadt. Wer Interesse an Shopping hat, kommt hier bestimmt auf seine Kosten. Der große Place d'Armes mit seinen vielen Restaurants und Cafés ist fest in der Hand von Pizza Hut, Mc Donalds und Konsorten. In einer kleinen Nebenstraße finden wir eine der letzten traditionellen Patisserien und trinken dort einen Kaffee.

Wir fahren weiter nach Metz in Frankreich. Direkt an der Mosel übernachten wir auf dem kostenlosen und beliebten Stellplatz für Wohnmobile. Abends entstehen noch ein paar Fotos von der mächtigen, kunstvoll beleuchteten Kathedrale.

Tag 4 Dienstag - Metz

In der Nähe des Stellplatzes gibt es einen Wildwasserkanal. Es werden die Vorbereitungen für einen landesweiten Wettbewerb getroffen. Wir gehen ein bisschen spazieren und beobachten die Bootsfahrer beim Training.

Metz gefällt uns gut. Wir beschließen, noch einen Tag zu bleiben und wechseln auf den angrenzenden Campingplatz. Den Rest des Tages verbringen wir mit relaxen und einer kleinen Foto Tour durch die Innenstadt. Später erfahren wir, dass auch große Teile von Metz zum Unesco-Welterbe zählen.

Tag 5 Mittwoch - Nancy

Nancy! Eigentlich eine ganz normale französische Stadt mit viel zu vielen Autos für die engen Straßen.

Eine Besonderheit gibt es aber: Das Quartier Stanislas mit dem gleichnamigen Platz. Dieses Stadtviertel wurde im klassizistischen Stil erbaut und beeindruckt uns durch seine schlichte architektonische Harmonie und Klarheit. Prunkelemente ordnen sich unter und sind nicht Selbstzweck wie etwa im Barock.

Wir besuchen eines der Touristenrestaurants und stellen wieder einmal fest, dass sich das nicht lohnt. Zuhause schmeckt es einfach besser.

Nach Einbruch der Dunkelheit dann das Highlight: Son & Lumiere, eine 25-minütige Lichtshow mit Musik. Dabei werden sämtliche Gebäude des Platzes Stanislas mit wechselnden Bildern und Grafiken angestrahlt. Der gesamte Platz verwandelt sich in einen multimedialen Raum voller Zauber und Magie. Dazu wunderschöne Musik. Eine teils ernste, teils heitere Verbeugung vor der Geschichte.

Für uns ist diese Show das erste große Highlight in diesem Urlaub, ein unvergessliches Erlebnis. Ein Engländer würde vielleicht sagen: A MUST SEE.

Übrigens, die Plätze das Stanislas gehören auch zum Unesco-Welterbe.

Tag 6 Donnerstag - Verdun

Nach einem weiteren Besuch des wunderschönen Place Stanislas verlassen wir Nancy in Richtung Verdun. Wir wählen eine Strecke über Landstraßen. In Toul legen wir spontan einen Stopp ein und staunen nicht schlecht über eine gigantische gotische Kathedrale, die man in diesem kleinen Ort errichtet hatte.

Später kaufen wir erstmals in diesem Urlaub in einem Supermarkt ein und freuen uns an den französischen Köstlichkeiten, die es hier zu kaufen gibt.

Nördlich von Verdun erkunden wir mit dem Wohnmobil den großen Wald von Douaumont. Hier fanden die schrecklichen Kämpfe im ersten Weltkrieg statt, für die Verdun seine traurige Berühmtheit erlangt hatte.

Tag 7 Freitag - Verdun

Heute beschäftigen wir uns mit dem ersten Weltkrieg und der Hölle von Verdun.

Wir besuchen die Festung von Douaumont und erfahren mittels Audio Guide, welche Schrecken die Soldaten in den unterirdischen Gängen erlebt haben mussten.

Danach fahren wir mit den Rädern ein paar Kriegsschauplätze ab und besuchen anschließend den Friedhof und das riesige Gebeinehaus. Hier liegen die Knochen von 130.000 nicht identifizierten Soldaten.
In einem Film erfahren wir weitere Details über die 300-tägige Schlacht von Verdun. Sie wurde nicht primär aus militärischen Gründen, sondern fast ausschließlich aus politisch-psychologischen Gründen geführt. Dabei verloren viele hunderttausende Soldaten ihr Leben. Besonders erschütternd ist die menschenverachtende und eiskalte Brutalität, mit der die Generäle ihre eigenen Untergebenen massenweise in den Tod schickten. Keine der beiden Kriegsparteien konnte am Ende einen nennenswerten Geländegewinn verbuchen.

Das Gebeinehaus wurde 1932 fertig gestellt. Ein paar Jahre danach begann der zweite Weltkrieg. Man hatte nichts gelernt.

Heute noch liegen im Wald von Douaumont rund 5 kg Eisen pro Quadratmeter im Boden.

Tag 8 Samstag - Verdun, Epernay

Wir besuchen die Festung Vaux, das Dorf Fleury und die Verteidigungsstellung "Vier Kamine". Das kleine Dorf Fleury lag an einer militärisch bedeutsamen Stelle und wechselte während der mehrmonatigen Kämpfe 16-mal den Besitzer. Dabei wurde es dem Erdboden gleich gemacht, wie viele andere Dörfer in diesem Gebiet auch. Heute ist es eine viel besuchte Gedenkstätte. Für jedes ehemalige Gebäude wurde ein kleiner Gedenkstein errichtet. Die Einschlagskrater der Granaten sind heute nach 100 Jahren immer noch überall sichtbar.

Wir verlassen diesen furchtbaren Ort und fahren nach Epernay in der Champagne. Wir kommen über zig Kilometer lange und kerzengerade Landstraßen, die rechts und links von Getreidefeldern gesäumt sind. Das ganze Gebiet ist erfüllt von einem trockenen Staubgeruch. Der Grund: Heute wird die Ernte eingefahren. Überall sehen wir riesige Mähdrescher, die lange, dichte Staubschwaden hinter sich her ziehen.

In Epernay landen wir auf dem Camping Municipal.