Wohnmobil Reise Frankreich-Belgien Seite2

5. Tag - Ruhe auf Quiberon
Di. 29.05.2012
Heute lassen wir es ruhig angehen. Der Platz ist so wunderschön – da lässt es sich aushalten! Am späteren Nachmittag machen wir eine kleine Rundfahrt mit den Rädern. Die Halbinsel von Quiberon ist landschaftlich wirklich sehr reizvoll. Es ist nur schade, dass dieser wilde Ozean heute ungefähr so wild ist wie die Ostsee nach 10 Tagen Windstille. Mit ein paar guten Wellen hätten wir tolle Felsen-Wasser Fotos machen können.

6. Tag - Quimper
Mi. 30.05.2012
Zum Abschied von Quiberon fahren wir die Cote Sauvage entlang. Eine malerische Landschaft! Kurz vor Erdeven besuchen wir in der Rue des Menhirs die Hinkelstein-Felder mit dem Namen „Alignement de Kerzerho“. Im Gegensatz zu den Feldern bei Carnac sind diese hier nicht eingezäunt. Man kann also mitten durch die Steine laufen und sie direkt auf sich wirken lassen. Das ist noch beeindruckender und am Ende noch rätselhafter.
Nun geht die Reise weiter ans Ende der Welt in das Département Finistère.
Und zwar zuerst nach Quimper, um einen privaten Besuch zu machen.
Wohnmobil-Stellplatz Tipp:
Den Stellplatz finden wir in Quimper über die Navi POIs unter dem Begriff Sportanlagen

7. Tag - Pointe du Raz, Camaret, Halbinsel von Crozon
Do. 31.05.2012
Wir beschließen, unsere Ziele in der Bretagne etwas zu reduzieren, weil wir genügend Zeit in der Normandie zur Verfügung haben wollen. Man muss ja nicht alles sehen.
Weiter geht es nach Pointe du Raz. Das ist laut Michelin-Karte ein 3-Sterne Ausflugsziel und ein Kap am Ende der Halbinsel Sizun. Der Ausflug lohnt sich. Pointe du Raz ist landschaftlich überwältigend. Wir machen einen 2-stündigen Spaziergang und fahren dann weiter zu dem kleinen Fischerort Camaret auf der Halbinsel Crozon. Hier erwarten wir sehr viele postkarten-taugliche, typische Bretagne-Bilder schießen zu können.
Der Hafen von Camaret ist zauberhaft. Wir gehen das erste mal Essen in diesem Urlaub, in einem der Restaurants an der Uferstraße des Hafens.
Kurz nach Sonnenuntergang erreichen wir den Pointe de Penhir – ebenfalls ein landschaftlich sehr beeindruckendes Cap. Da es schon recht dunkel ist beschließen wir, das Cap am nächsten Tag noch einmal zu besuchen.
Wohnmobil-Stellplatz Tipp:
Wir übernachten auf dem Stellplatz an der Rue Pointe de Penhir. Ein sehr schöner, neu angelegter Stellplatz, der direkt neben einem kleineren Menhir-Feld liegt. Verlässt man den Stellplatz zu Fuß und läuft ca. 300 Meter nach rechts, kommt man an die wilde West-Küste.

8. Tag - Pointe de Penhir  - WHOWW!
Fr. 1.06.2012
Wir machen dort einen ausgedehnten Spaziergang in Richtung Pointe de Penhir.
WHOWW – hier sieht es aus, als wenn man die gesamte Bretagne eingedampft hätte um alles, was hier schön ist auf einem Fleckchen Erde noch einmal auferstehen zu lassen: Ein Cap in der Ferne, einen traumhaften Strand, Steilküsten, karge Dünen, schroffe 80 Meter hohe Klippen und dazu noch etwas von der allgegenwärtigen Geschichte des 2. Weltkrieges (z.B. eine sehr große Befestigungsanlage mit einem kleinen Museum zu den grausamen Schlachten des Atlantik).
Am Spätnachmittag machen wir eine kleine Spazierfahrt zum Pointe des Espagnols. Allerdings glauben wir, dass die Schönheit der beiden Pointes du Raz und de Penhir nicht mehr getoppt werden kann.
In der Nacht gelingen ein paar Freihandaufnahmen vom Mond über den Menhiren.  


9. Tag - von Camaret nach Trebeurden, Cote de Granit Rose (ca.200km)
Sa. 2.06.2012
Weiter geht es Richtung Nord-Normandie, also quer durch das Finistére. Unser Ziel: Der Küstenabschnitt um Lannion herum. Hier finden sich im Michelin-Atlas jede Menge Orte und Plätze mit einem oder mehreren Sternen.
Am Ende der Halbinsel von Crozon werden wir auf der Strecke von einer unglaublich schönen Brücke überrascht, der „Pont de Terenz“. Die Brücke wurde im April 2011 eingeweiht und schmiegt sich in das Tal des Flusses Aulne. Wir fotografieren sie ausgiebig von beiden Seiten und allen möglichen Blickwinkeln.
Im Landesinnern von Finistere fahren wir durch eine üppige, leicht hügelige Landschaft voller schieferbedeckter Häusern mit den typisch bretonischen, breiten Kaminen an beiden Außenmauern.
In der Stadt Morlaix machen wir Halt, um die riesige, historische Eisenbahnbrücke, das Viaduc, das über die Stadt gespannt wurde, zu bewundern. Hier soll eines der ersten künstlerischen Fotos entstanden sein, das die Brücke und einen Handwerker auf der Straße zeigt.
In dem Ort Trebeurden werden wir auf dem ersten Parkplatz gleich begrüßt von den rosa Felsen, für die diese Gegend berühmt ist. Unser Wohnmobil hat Hunger auf Energie und muss mal wieder versorgt werden. Wir gehen auf den Campingplatz Municipal und finden eine Parzelle mit wunderschönem Blick auf das Meer.


10. Tag - von der Cote de Granit Rose zum Cap Frehel
So. 3.06.2012
Die heutige Entdeckungsreise der Rosa Granit Küste beginnt mit dem Besuch von 2 Hünengräbern. Es ist schon sehr beeindruckend, welche Steinmassen die Menschen damals bewegt hatten.
Weiter geht es nach Tregastel-Plage. Dort werden wir von den gigantischen rosa Granitsteinen überrascht. Wir finden es hier toll.
Die schönsten Granit-Felsen soll es aber im 4 km entfernten Ploumanach geben. Das sehen auch andere so. Wir fahren hin und finden keinen Parkplatz, der Trubel ist zu groß, es sind zu viele Menschen da. Oberhalb des Ortes gibt es einen Parkplatz mit Blick auf einige der Felsen und das Meer. Wir geben uns damit zufrieden und fahren zum Cap Frehel, einem weiteren 3-Sterne Ziel aus dem Michelin-Atlas.
Das Kap ist einen kleinen Spaziergang wert. Allerdings kann es uns nicht mehr so beeindrucken wie der Pointe du Raz und ganz besonders nicht wie der Pointe de Penhir in Camaret.
Am Kap ist, wie üblich in Touristengebieten, das Parken von Wohnmobilen nachts verboten.
Wir fahren deshalb ein Stückchen weiter und finden einen sehr ruhigen Parkplatz am Anfang der Bucht „Baie de la Fresnaye“ mit Blick auf das Wasser
Koordinaten Wohnmobil-Stellplatz Tipp:
48°37'34.67"N
2°19'39.87"W


11. Tag - St-Malo, Dol de Bretagne, Le Mont St-Michel
Mo. 4.06.2012
In St-Malo machen wir einen ausgedehnten Foto-Spaziergang am Strand vor der Festung. Es ist Ebbe und es gibt jede Menge grafischer Motive. Anschließend laufen wir oben auf der Festungsmauer einmal rund um die Altstadt, trinken Kaffee und essen Galettes mit Blick auf das Meer.
Weiter geht es nach Dol-de-Bretagne. Südlich des Ortes besuchen wir den mit 9 Metern Höhe größten Menhir von Frankreich. Der Menhir ist wirklich beeindruckend. Wir können uns nicht vorstellen, wie es möglich ist, so ein Monstrum ohne Maschinen aufzustellen.
Dol-de-Bretagne ist tatsächlich ein sehr bretonischer Ort mit  vielen netten, traditionellen Fachwerkhäusern und anderen Baustilen, die in der Bretagne üblich sind.
Übernachten wollen wir wie im Jahr zuvor am Fuß von Le Mont St-Michel. Wir fahren hin und dann der Schock - man hat jetzt die ganze Gegend „in Ordnung“ gebracht. Die Parkplätze inkl. der Wohnmobil-Stellplätze sind nun etwa 4 km in das Landesinnere verlegt worden. Natürlich wurde alles neu angelegt. Der aktuelle Stellplatz bietet keinerlei Service, ja nicht einmal Abfallentsorgung, kostet aber 12.50 €uro. Das ist sein Geld nicht wert. Das schlimmste ist, dass der Platz nachts taghell erleuchtet und mit ganz besonders modernen und wahrscheinlich auch noch energiesparenden Straßenlaternen ausgestattet ist.  
Wohnmobil-Stellplatz Tipp:
Besser nicht auf die offiziellen Parkplätze gehen und nicht dort übernachten.
Es gibt in der Gegend auch andere Möglichkeiten.

12. Tag - Le Mont St-Michel, Normandie, Omaha Beach, Feuerwerk bei der Batterie de Longues
Di. 5.06.2012
Der Morgen beginnt mit einem Schock. Wir können nicht aus dem Parkplatz ausfahren, weil man dazu eine Scheckkarte benötigt – Bargeld geht nicht. Der Servicemann, der von weit her extra mit dem Fahrrad angefahren kommt, macht uns klar, dass die Nacht nicht 12,50 sondern 25 Euro kostet. Das war definitiv aus den kryptischen Preisangaben vor der Einfahrt nicht zu erkennen. Reine Abzocke! Nix wie weg hier – wir sind echt sauer.
Von nun an geht es in der Normandie weiter.
Unser nächstes Ziel ist Omaha Beach. Wir wollen uns auf den D-Day einstimmen. Einen großen Teil der Strecke fahren wir auf kleinen Straßen und finden das am Ende recht anstrengend.
Am Omaha Beach hat sich nicht viel geändert seit dem letzten Jahr. Sogar der Nieselregen ist so ähnlich geblieben.
Weiter geht es in Richtung Arromanches. Kurz vorher biegen wir ab zur Batterie de Longues, einer deutschen Verteidigungsstellung oben auf den Klippen. Wir werden davon überrascht, dass hier ein Feuerwerk vorbereitet wird. Es gibt auch einen kostenlosen Stellplatz. Natürlich bleiben wir hier.
Das Feuerwerk beginnt um 23:00 Uhr, wird mit sehr geschmackvoller Musik unterlegt und ist wunderschön.

13. Tag - D-Day in Arromanches
Mi. 6.06.2012
Nach dem Aufstehen laufen wir den Rundweg an der sog. Batterie Longue. Er führt uns an vier sehr gut erhaltenen Geschützstellungen der Deutschen aus dem 2. Weltkrieg entlang. Das Besondere: Die großen Kanonen von damals sind sehr gut erhalten und stehen noch immer in den wuchtigen, hässlichen Betonbauten.
Gegen Mittag geht es nach Arromanches.
Arromaches war eine wichtige Stadt der Invasion, weil hier in kürzester Zeit ein riesiger Hafen gebaut wurde, in dem täglich über 10.000 Tonnen Ladung an Land gebracht werden konnten. Hier wurde im Jahr 2004 das große 60-jährige Jubiläum der  D-Day Landung mit den Staatschefs der Alliierten und Deutschlands gefeiert. Heute wird hier die britische D-Day Feier abgehalten.
Die Parkplatzsuche gestaltet sich recht schwierig und der Verkehr in dem kleinen Ort ist mehr oder weniger zusammengebrochen. Nach einer guten Stunde haben wir dann doch Glück und finden einen recht schönen Platz auf einer Wiese mit Blick auf das Wasser. Es ist regnerisch.
Später erleben wir auf dem Platz vor dem D-Day Museum eine englische Sängerin, die als britisch verkleidete Soldatin auftritt. Sie singt tolle Lieder aus der Zeit von 1945 bis 1950 und das mit einem wirklich außergewöhnlichem Tremolo von dem wir nicht wissen ob wir es einfach nur furchtbar finden oder es für einen interessanten Versuch halten sollen, den musikalischen Zeitgeist der Nachkriegszeit in unsere Jetztzeit zu transportieren. Danach findet die Feier mit vielleicht 50 noch lebenden Veteranen statt. Wir fragen uns, wie die Feier in 10 Jahren aussehen wird.
Das Feuerwerk am Abend betrachten wir von unserem Stellplatz aus.