Damit fing es an:

so bekamen wir Lust auf ein Wohnmobil

(geschrieben Juli 2011)

Schon seit Jahren wussten wir: Irgendwann mal fahren wir in die Normandie. Thomas war schon immer vom D-Day fasziniert – dem Tag der Invasion der Alliierten in die Normandie, vom Mut der Soldaten, die Strände zu stürmen, dem blutigen Gemetzel, aber nicht zuletzt von der historischen Bedeutung dieses Tages für ganz Europa.tl_files/slideshows/Einzelbilder/Sofingesan_DSC6573-1.jpg

Jahr für Jahr also tauchte die Frage auf, wenn es um Urlaubsplanung ging: „Wie ist es mit der Normandie?“ Nun war unsere gewohnte Urlaubsform immer das Zelten – und seit einigen Jahren sogar das Zelten mit Fahrrad. Wir mussten Jahr für Jahr einsehen: Die Normandie passt nicht – zu kalt, zu windig, keine Fahrradwege, schade….

Dieses Jahr war schon im Frühling klar: Unser Urlaub wird anders aussehen als die letzten Jahre. Martje hatte über den Winter nicht so trainiert, wie sie sich das eigentlich vorgenommen hatte und wie es für ihre Hüften gut gewesen wäre. Die erste kleine Fahrradtour endete nach 7 km mit Schmerzen. Ein längerer Fahrradurlaub dieses Jahr – keine Chance! Thomas wiederum hatte im Frühjahr mit großer Leidenschaft, mutigen Investitionen und viel Zeiteinsatz sein Wissen und Können in der Fotografie vertieft – und es war klar, Fotografieren wird ein wichtiges Thema sein in unserem Urlaub, noch wichtiger als in den Jahren zuvor.
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So fügten sich die Dinge zusammen: Ein Urlaub im Wohnmobil ist die perfekte Lösung! Thomas kann alle seine Fotosachen mitnehmen, wir können durch die Welt vagabundieren (was wir an der Fahrradtour so lieben), ohne Martjes Körper zu überfordern, und --- wir können in die Normandie!

Was sollen wir sagen – der Normandie-Urlaub war ein Traumurlaub. Zu kurz und zu schön.

Und so zogen wir hinterher folgendes Resümee:

In den bald 28 Jahren, die wir zusammen leben, haben wir unsere Urlaube immer im Zelt verbracht. Unsere größte Freude war es, das richtige Zelt zu finden, die passende Ausrüstung, den schönsten Platz auf dem Zeltplatz. Wir haben uns immer ein kleines, perfektes Zuhause geschaffen – und in der Radtourzeit sogar jeden Abend neu.

Die Leute in Wohnmobilen haben wir eher mitleidig betrachtet: Wie sie da ihren Tisch und ihre Stühle aus dem Fahrzeug holen und neben die kahle weiße Wohnmobilwand stellen – wie öde, wie ungemütlich ist das denn!tl_files/slideshows/Einzelbilder/SofingesanP1010361-1.jpg

Nein, ein Wohnmobil-Urlaub kommt für uns nicht in Frage. Nun ist er doch in Frage gekommen – der Wohnmobilurlaub, aus eingangs beschriebenen Gründen. Jetzt gehören wir auch zu den älteren Ehepaaren, die irgendwo ihren Wagen abstellen, Tisch und Stühle rausholen und neben ihrer weißen Wohnmobilwand ihren Kaffee trinken.

Jetzt wissen wir aber auch, wie es wirklich ist: Es ist herrlich!

Das kuschelige kleine Zuhause ist immer dabei. (Natürlich haben wir sofort angefangen, die Inneneinrichtung gedanklich zu perfektionieren – wir können es halt nicht lassen). Und die Tische und Stühle vor der weißen Wand – das ist wie ein mobiler Balkon, mit immer neuen, ungewöhnlichen, ja geradezu atemberaubenden Ausblicken.

Wie hat uns der Wohnmobil-Vermieter prophezeit? Sie werden sich den Virus auch noch einfangen! Stimmt: der Wohnmobil-Virus hat uns infiziert.

Kaum zuhause angekommen, fingen wir an zu träumen: Wie wäre es, im nächsten Jahr 3 Monate unterwegs zu sein? Fragen über Fragen: Geht das zusammen mit unserer Arbeit in der Firma? Hm ……. Und wohin wollen wir? Hm ………. Und was machen wir da? Fotografieren. Ja, aber ….. Was macht das für einen Sinn? Hm ……… Wir haben einfach Lust drauf! Es bringt Spaß, Abenteuer miteinander zu erleben.

Und Abenteuer werden es ganz bestimmt sein, auch wenn wir sie vorher noch nicht kennen.

So nahmen die Dinge ihren Lauf. Wir werden – wenn alles klappt wie geplant - in einer Woche stolze Besitzer eines Wohnmobils sein.

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Eure Martje und Thomas