Urlaubsfotografie - Tipps zum Fotografieren und zur Kamera

Urlaubsfotografie – nützliche Tipps, Seite  2

Inhaltlich gute und aussagefähige Bilder

 

Zusammenhang von Bild, Sprache und Kontext

Ein Bild sagt mehr als 1.000 Worte. Wieviel sagt es eigentlich ganz ohne Worte?

Wir sehen eine Wald mit einem Graben der von niedrigen Pfosten gesäumt ist, im Hintergrund eine Straße und ein kleines Wohnmobil. Ein Betrachter ohne jegliche Vorinformationen würde ratlos vor diesem Bild stehen und keine Ahnung haben, was er damit anfangen soll.

Ich füge nur ein einziges Wort hinzu.

Und Schwupp, AHAAAA … ! Sofort öffnet das Gehirn seine Schleusen und produziert eine Flut von Assoziationen, Schlussfolgerungen und Ideen über den größeren Zusammenhang.

Verdun, Wald, erster Weltkrieg, Graben für Soldaten, Schützengraben, Krieg, Frankreich, Deutschland, Schauplatz, Sehenswürdigkeit, Tourismus, Urlaub, Wohnmobil in Frankreich usw. usw.

Das Bild macht plötzlich Sinn! Man bräuchte viele Worte, um zu beschreiben, was das Bild jetzt alles darstellt und in welchem Zusammenhang es steht. Die Kombination nur eines Wortes mit dem Bild stellt Verständlichkeit her und hält Interesse des Betrachters wach.

Und genau darum dreht es sich in der Urlaubsfotografie: Jedes Urlaubsfoto beinhaltet eine kleine Erzählung. Der Betrachter muss es einordnen können. Es ist ein Puzzlestück einer Geschichte oder einer Reportage.
Deswegen finde ich es wichtig, jedes Foto mindesten mit einem Schlagwort bzw. Titel zu versehen.

Interessantes Bild?

Wann ist ein Bild ein interessantes Bild? Die Antwort ist einfach: Wenn der Betrachter es interessant findet.
Und damit beginnt auch das Problem. Durch die Welt zu laufen und da und dort ein Bild zu schießen macht einfach jede Menge Spaß – und das ist gut so. Ob ein Betrachter das Bild später interessant finden wird, hängt von anderen Faktoren ab:

  • ob der Betrachter etwas Außergewöhnliches, Überraschendes, Neues, Unbekanntes in dem Bild entdecken kann,

  • ob er bekannte Dinge in einem neuen Licht zu sehen lernt,

  • oder auch, wenn er bekannte Personen in einer neue Lebenssituation (z.B. Urlaub) erleben darf,

  • oder ob er ein persönliches Interesse damit verbindet, wie z.B. die eigene Reiseplanung.

Alle diese Aspekte und noch einige mehr können das Interesse des Betrachters wecken.

Langweiliges Bild

Langweilig ist alles, was austauschbar und unspezifisch ist und nichts über den Urlaub erzählt.

Beispielsweise haben einfache Blumenbilder, die man überall schießen kann, keinen Erklärungswert und sind als Urlaubsbild wenig hilfreich und langweilig.

Es mag auch sein, dass Sie vielleicht mit dem Bild eines Meeres Ihre momentane Stimmung einfangen wollen. Der Betrachter erfährt aber von Ihrer Stimmung nichts. Er sieht nur Wasser und Himmel und fragt sich was das soll. Eine persönliche Stimmung einzufangen, die auf den Betrachter überspringen soll, gehört zu den hohen Künsten eines Fotografen.

Wie findet man Motive und wie geht man damit um?

Sehenswürdigkeiten

In der Urlaubsvorbereitung gehe ich gerne mal nach Flickr, fotolia oder Google Bilder und suche dort nach den Gegenden oder Städten, die ich bereisen will. So erhalte ich schon mal einen guten Eindruck, was andere, z.T. sehr gute Fotografen bereits für fotografierenswert gehalten haben. Ich lerne dabei von besseren Fotografen und bekomme dadurch auch oft neue Impulse für die Reiseplanung.
Vor Ort schaue ich mir gerne am Kiosk die Postkarten an.
Es ist nicht die schlechteste Idee, das zu imitieren, was andere und bessere Fotografen bereits aus einem bekannten Motiv herausgeholt haben.

Landschaften

Ein schwieriges Thema. Da hat man nach einer anstrengenden Stunde endlich den Gipfel erreicht, ist überwältigt von dem fantastischen Rundumblick, schießt das Foto und zuhause ist man enttäuscht. Es ist leider so, dass die Kamera die Welt auf eine komplett andere Art und Weise darstellt, als sie vor Ort von unserem menschlichen Hirn interpretiert wird.

Fotos von Landschaftsmotiven brauchen einen Größenbezug. Im Vordergrund sollte ein Haus, ein Mensch oder wenigsten ein Baum oder Felsen stehen, damit das Hirn sich einen Eindruck von den Dimensionen machen kann. Ohne Größenbezug sind die allermeisten Landschaften nur schwer verständlich.

Personen

Auch ein schwieriges Thema, besonders im Zeitalter des Datenschutzes. Zur eigenen Sicherheit lohnt es sich, ein wenig über das Thema nachzulesen.

https://www.roland-rechtsschutz.de/blog/leben-freizeit/filmen-und-fotografieren-was-ist-erlaubt/

Ich persönlich halte mich nicht immer an die Vorgaben, weil ich finde, dass die Fotografie im Generellen nicht eine menschenleere Veranstaltung werden darf. Für diese Auffassung bin ich bereit, auch mal ein Risiko einzugehen.

Personenfotos gelingen am besten, wenn das Licht von der Seite kommt. Strahlt die Sonne der Person ins Gesicht, kneift sie oft die Augen zusammen, steht die Sonne hinter der Person wird sie zu dunkel. Das gilt übrigens auch für Selfies.

Spontanes

Es klingt paradox, aber spontan wirkende Bilder sind oft eine Angelegenheit von längerem Warten und von viel Geduld. Um ein „gutes“ Bild zu schießen braucht es das richtige Licht, die richtige Kameraeinstellung, einen geeigneten Hintergrund und vieles mehr.

Stellen Sie sich einen belebten Platz vor. Hier gibt es immer Perspektiven mit unruhigem Hintergrund und andere mir klarem, nicht störenden Hintergrund. Wenn Sie etwa ein spontanes Motiv einfangen wollen, ist es immer besser, sich zuerst den Hintergrund herauszusuchen und dann auf den Moment zu warten „wo es passiert“.

Details

Das Essen im Restaurant, ein lustiges Schild, ein interessantes Gebäudedetail können die Urlaubsbildersammlung enorm bereichern.

Persönliches, Alltägliches

Zur Dokumentation und Erinnerung sind auch Fotos vom Hotelzimmer, dem Campingplatz oder den Plätzen, die man regelmäßig aufsucht, geeignet. Besonders das Selbstverständliche übersieht man als Fotograf recht gerne. Dabei ist es doch immer schön, sich daran zur erinnern, wie man im Urlaubsalltag „gelebt“ hat.

 

Wozu fotografieren wir?

 

Die Kunst des Zeigens:

Beim Fotografieren geht es auch darum, etwas Außergewöhnliches zu zeigen. Mit dem Bild teilt man dem Betrachter etwas mit. Und der Fotograf wünscht sich, dass der Betrachter das Bild interessant findet.

Immer wenn Sie auf den Auslöser drücken, machen Sie ein persönliches Statement. Das, was Sie auf dem Foto zeigen, ist das, was Ihnen in dem Moment des Fotografierens gerade wichtig und mitteilenswert war. Durch die Auswahl des Motivs, durch die Perspektive, durch die Gestaltung zeigen Sie neben dem Bild auch immer etwas von sich selbst, ob Sie es wollen oder nicht.

Besonders bewundernswert finde ich diejenigen Ehefrauen, die Ihren Ehemann liebevoll ertragen, wenn er wieder mal in den „Mammi Guck mal“ Modus verfällt und voller Stolz und endlos lange seine Werke präsentiert. (Ich spreche aus eigener Erfahrung).

Zum Fotografieren gehört auch, dass man lernt, seine Werke zu präsentieren – z.B. in Form eines Fotobuches, einer Slideshow, im Internet u.s.w.

 

Die generelle Frage für den Urlaubsfotograf liegt darin, zu entscheiden, was er später mit den Bildern anfangen will. Sind sie nur für die eigene Festplatte bestimmt, sollen sie nur im Familienkreis gezeigt werden, möchte man damit ein Fotobuch machen, einen Betrag in soziale Medien verfassen, einen eigenen Internetauftritt pflegen, in einer Fotocommunity vorstellen?

Wenn der Urlaubsfotograf vorher weiß, für wen und für was er die Bilder schießt, verändert sich unweigerlich seine Art, die Dinge zu sehen. Es ist einfach etwas anderes, nur für die eigene Familie zu fotografieren oder etwa Bilder für einen öffentlichen Reisebericht zusammenzustellen. Dies unterscheidet sich grundlegend von dem Vorhaben, z.B. künstlerisch interessante Bilder für eine Fotocommunity herzustellen.

Die Story, die Geschichte

 

Jeder Urlaub hat ein Vorspiel. Es beginnt mit der Reiseplanung. Wie ging es einem vor dem Urlaub, wie war die berufliche oder gesundheitliche Situation? Fährt man in Urlaub weil man sich primär erholen will oder geht es ums Entdecken und darum, den eigenen Horizont zu erweitern?

  • Wie war die Anreise - war sie spannend, anstrengend, erlebnisreich?

  • In den ersten Tagen erforscht man sein neues Lebensumfeld. Wie ist das Zimmer, wo kauft man ein, wo ist das beste Lokal?

  • Wie verbringt man seine Zeit- am Strand, beim Wandern, in Museen?

  • Wie ist das Wetter?

  • Welche Ausflüge macht man, welche Sehenswürdigkeiten besucht man.

  • Welche Menschen lernt man kennen, was erfährt man durch sie?

  • Wie fühlt man sich bei der Abreise, freut man sich auf das Zuhause, ist man wehmütig oder erleichtert?

Über jeden Urlaub gibt es eine Menge zu erzählen, manches davon ist wichtiger und interessanter, anderes eher banal und nicht erwähnenswert. Es lohnt sich immer, ein Tagebuch zu führen. Es liegt natürlich nahe, das Tagebuch mit den Bildern zu kombinieren.
Denken Sie 10 oder 20 Jahre weiter. Eine schönere Erinnerung als einen bebilderten Reisebericht kann es gar nicht geben.

Das Endprodukt

 

Was fängt man nun mit den sorgfältig selektierten, wunderbar bearbeiteten Fotos nach dem Urlaub an? Wie gesagt, es kommt darauf an, wem man sie zeigen möchte. Hier ein paar Beispiele:

  • Ein Reisebericht als PDF. In Word lässt sich das sehr einfach herstellen. Wichtig dabei ist, die Fotos in Word unter Optionen/Erweitert zu komprimieren, sonst wird das Dokument zu groß. Notfalls muss man mehrere Dokumente herstellen.

  • Einzelne Bilder, Poster, Fotogeschenke
    Warum hängen Sie sich nicht Ihr schönstes Foto als Poster ins Wohnzimmer? Möglichkeiten gibt es viele. ( https://www.cewe.de/ )

  • Fotobuch, Fotokalender
    Das sind immer tolle Geschenke für Ihre Liebsten.

  • Diashow anklickbar
    Es gibt kaum eine Software, mit der man eine „anklickbare“ Diashow erstellen kann. Gemeint ist eine Steuerung mit Play, Stopp, Vorwärts, Rückwärts – ohne Unterbrechung der Musik. Powerpoint kann das sehr gut. ( https://www.youtube.com/watch?v=Nww5yC-uMgc )

  • Slideshow Video
    Dabei handelt es sich um Diashows, die von selbst ablaufen und technisch gesehen eigentlich Videos sind. Das Angebot an Video-Software ist heute kaum noch zu überblicken. Besonders interessant finde ich die neueren Ansätze, Videos im Smartphone unter Android oder IOS zu produzieren.
    https://www.youtube.com/results?search_query=Dia+show+software

  • Social Media
    Auf die Möglichkeiten brauche ich hier nicht weiter eingehen. Jeder, der in den sozialen Medien unterwegs ist, kann hier auf einfachste Art und Weise seine Bilder publizieren.

  • Eigene Homepage
    Inzwischen ist es sehr einfach geworden, eine eigene Homepage zu erstellen. Expertenwissen ist nicht mehr nötig, wenn man einen Homepagebaukasten wie etwa Jimdo oder Wix verwendet. (Diese Homepage wurde mit Wix erstellt)
    https://www.youtube.com/watch?v=iUlQ7vlPk2M

https://www.youtube.com/watch?v=FE-TaJSHvFs

Ein paar kurze fotografische Tipps:

 

Akku sparen

Wenn Sie die automatische Vorschau eines Bildes direkt nach der Aufnahme abschalten und nur dann Bilder in der Kamera anschauen, wenn sie sich wirklich dafür interessieren, können Sie fast doppelt so viele Bilder mit einer Akkuladung schießen.

Gitter

In jeder Kamera kann man ein Drittelgitter einschalten. Dies wird im Display und im Sucher über das Bild gelegt. Dies hilft bei der Bildkomposition und beim Einhalten der Drittelregel.

Verwacklung

Stellen Sie den Selbstauslöser auf 2 Sekunden, drücken Sie die Kamera an das Gesicht, klicken auf den Auslöser und atmen dabei ganz ruhig und langsam aus. Sie werden bei schlechten Lichtverhältnissen die Anzahl Ihrer gelungen Bilder deutlich erhöhen – ganz ohne Stativ.

Gegenlicht

Ich vermeide, wenn immer möglich, Gegenlichtaufnahmen, also Aufnahmen gegen die Sonne. Auch wenn die Kamera noch so gut ist, kann sie den Kontrast, mit dem das menschliche Auge gut umgehen kann, nicht mehr darstellen. Gegenlichtaufnahmen bedeuten immer einen erhöhten Aufwand in der Nachbearbeitung und oft ist da Ergebnis nicht befriedigend.
Am plastischsten sind diejenigen Perspektiven, bei denen die Sonne von der Seite kommt.

Meine Kamera Einstellung

Ich fotografiere 98% meiner Bilder im Urlaub mit nur einer einzigen Einstellung:

  • Programmautomatik P

  • ISO Auto

  • Belichtungskorrektur -0,3

  • Mittenbetonte Belichtungsmessung

  • Autofokus für unbewegte Motive

  • RAW

  • Stabilisator an

  • 3-fach Gitter im Display

Die RAW-Bilder, die ich mit dieser Einstellung aus der Kamera erhalte, sind etwas flau und etwas zu dunkel. Eine Nachbearbeitung ist immer erforderlich.

Die einfachste Einstellung ist natürlich Automatik mit JPG. Je moderner und damit auch intelligenter die Kamera, das Smartphone ist, umso besser fallen die Ergebnisse aus.

Technik Kamera und Software

 

Wie schon oben erwähnt, sehe ich keinen Zusammenhang zwischen der Technik und der Qualität eines Bildes. Auch wenn die öffentliche Diskussion - oft von Profis geführt und von der Industrie promotet - etwas anderes behauptet.

Das Wichtigste ist, eine Ausrüstung zu benutzen, die persönlich zu einem passt. Die Bedienbarkeit muss den persönlichen technischen Fähigkeiten und dem Wissen über Fotografie entsprechen. Die Ausrüstung muss dazu passen, mit wie viel Engagement man im Urlaub fotografieren will.

 

Welche Kamera?

Spiegelreflex (DSLR)

Was heute für einen Urlaubsfotograf sicherlich das Unsinnigste ist, und was ein Urlaubsfotograf heute mit Sicherheit nicht mehr braucht, ist eine Spiegelreflexkamera mit mehreren Objektiven. Zur Erinnerung: Der Spiegel wurde entwickelt, um im Sucher eine Abbildung des Motives, so wie es das Objektiv sieht, zu ermöglichen. Dies war nötig, weil der analoge Film einen direkten Durchblick vom Sucher auf das Motiv systembedingt verhindert hat. Wir fotografieren aber seit gut 15 Jahren nicht mehr mit Film! Heute ist der direkte Blick vom Sensor durch den Sucher ohne Spiegel möglich!

Die Spiegelreflexkamera hat erhebliche Nachteile:
Der Spiegel vergrößert den Abstand zwischen Sensor und der ersten Objektivlinse, mit der Folge, dass die Objektive alle zu lichtschwach, zu schwer und zu teuer im Vergleich zu heute erhältlicher Technik sind. Spiegelreflexkameras sind technisch zu aufwändig, teuer und veraltet.

Wieso sollte man also im Urlaub 10 Kg und mehr mit sich herum schleppen, wenn man dieselbe Leistung auch mit einem Gewicht von 850 Gramm oder gar 400 Gramm erhalten kann?

Braucht man also heute als normaler Urlaubsfotograf noch eine Spiegelreflexkamera?
Klare Antwort: NEIN.

Spiegellose Kameras (DSLM)

Spiegellose Kameras dagegen stellen im Sucher das Bild so dar, wie es tatsächlich abgespeichert wird. Sie befinden sich in einem permanenten Live View. Auch hier stellt sich die Frage nach den Wechselobjektiven. Die Objektive sind oft etwas kleiner, leichter und oft bei vergleichbarem Preis leistungsfähiger als die von DSLRs.
Ich finde Objektivwechsel im Urlaub eher unpraktisch. Objektivwechsel behindert die Spontanität und man muss mehr empfindliche Techik mit sich herumtragen. Das widerspricht der Point&Shoot-Philosophie eines Urlaubsfotografen.

Bridgekameras

Die Objektive von Brigdekameras sind fest verbaut und bieten oft enorme Zoomleistungen an. Oft mehr, als der Urlaubsfotograf in der Praxis benötigt. Sie sind sehr leicht. Beispielsweise wiegt meine Panasonic FZ1000 nur 813 Gramm und bietet dabei eine Brennweite von 25 bis 400 Millimeter. Für diese Leistung müsste man bei einer Spiegelreflex-Ausrüstung viele Kilogramm herumschleppen und mindesten 3 Objektive, wenn nicht mehr.
Bei Bridgekameras werden sogar häufig noch die Objektiv-Abschattungen am Rand und auch Verzerrungen gleich bei der Aufnahme eliminiert.
Allerdings sollte man darauf achten, dass der Sensor nicht kleiner ist als 1 Zoll.

Kompaktkameras

Kompaktkameras sind enorm praktisch. Viele passen in die Hemdentasche und sollten die erste Wahl für einen Urlaubsfotografen sein. Das Problem: Es gibt sehr unterschiedliche Qualitäten.
Zu den besten ihrer Klasse zählen zurzeit die Kameras der Sony DSC-RX 100 Serie und Panasonic DMC-TZ101 / 202. Grund: Sie besitzen einen 1 Zoll Sensor und gute bis sehr gute Objektive.

Smartphones

Smartphones werden immer besser und die aktuellen teureren Modelle (2018) sind eine ernstzunehmende Alternative zu den Kompaktkameras. Allerdings haben sie keinen Sucher, was bei heller Sonne zu Problemen führen kann und kein stufenloses, optisches Zoom. Dafür besitzen sie in Ansätzen eine integrierte Bildverwaltung und man kann eine einfache Bildbearbeitung im Smartphone direkt vornehmen. Für eine Weiterverarbeitung der Bilder, etwa zu einem Fotobuch, empfiehlt sich aber immer noch ein PC.

Weitere technische Kamera-Eigenschaften

Sensorgröße

Damit ist nicht die Pixelanzahl gemeint! Für lange Zeit galt der Vollformatsensor (36 x 24 mm) als das technische Nonplusultra. Die Zeiten sind vorbei. Vollformatsensoren liefern heute so hohe Qualitäten, dass sie weit mehr bieten als überhaupt gebraucht wird. Sie haben vor allem bei schwachem Licht ein paar Vorteile, aber das sind Spezialsituationen.
Vollformatsensoren sind heute eigentlich nur noch für 300% Gucker interessant. Gemeint sind diejenigen Zeitgenossen, die die Qualität eines Bildes in einer Art Elektronenmikroskop-Vergrößerung in Photoshop beurteilen. Das Problem dabei ist, dass diese Beurteilungsmethode keinerlei Relevanz hat. Es kommt auf die Ausgabegröße an. Würde man ein Bild in 300% Vergrößerung komplett darstellen wollen, müsste man dafür eine Wand von vielleicht 20 bis 30 normalen PC Bildschirmen aufbauen.

Außerdem benötigen Vollformatsensoren Objektivgrößen- und gewichte, die für Urlaubsfotografie schlicht ungeeignet sind.

https://lichtrebell.com/1-zoll-sensor-edelkompakte-vollformat/

Betrachtet man sich die Qualitäten, die heute mit einem Smartphone mit winzigsten Sensoren realisiert werden können, kann man getrost sagen, dass eher die mittleren bis manche kleineren Sensorgrößen für den Urlaubsfotografen die bessere Wahl sind.

Megabyte – Anzahl der Bildpunkte (Pixel)

Die Anzahl der Bildpunkte spielt auch keine sehr große Rolle. Heute werden die meistens Bilder auf dem Bildschirm ausgegeben. Wenn ein Raw-Bild mit 20 Millionen Bytes aus der Kamera kommt, hat es nach der Bildbearbeitung anschließend im Internet vielleicht noch 200 Tausend Byte – also gerade mal noch 1 % der ursprünglichen Datenmenge – in Worten EIN PROZENT! 99% der Bilddaten gehen im Verarbeitungsprozess verloren!

Ob nun die Kamera 8 Megapixel, 12 oder 20 oder gar 75 Megapixel hat, spielt einfach keine Rolle mehr, solange das Bild am Bildschirm, im Handy, in WhatsApp oder in Facebook publiziert wird. Einzig für die Gestaltung von Drucksachen, wie etwa ein Fotobuch, braucht es ein paar Pixel mehr. Dafür ist ein Sensor von 20 MB empfehlenswert.

Brennweite

Kürzlich kam eine Endverbraucherkamera (Nikon P1000) mit einer Tele-Brennweite bis zu 3.000mm auf den Markt. Das war technisch gesehen bis vor kurzem noch unvorstellbar. Ein solches Teleobjektiv hätte bei einer Vollformat Spiegelreflex Kamera über einen Meter lang sein müssen. Wozu aber? Ein paar Vogelfotografen werden sich eventuell darüber freuen – ansonsten ist das Teil völlig nutzlos.

Wie schon erwähnt wurden 80% meiner Bilder in einem Brennweitenbereich von 28 bis 140mm aufgenommen. Ein Zoombereich von 24 bis 200mm ist für den Urlaubsfotografen völlig ausreichend.

Das erwarte ich für mich von einer guten Urlaubskamera
 

  • Sie muss immer bereit und im Zugriff sein. Am besten eignet sich dafür ein Hemdentaschen Format.

  • Sie muss einen Sucher besitzen. In der hellen Sonne nur mit Display zu fotografieren kann schon mal in ein lustiges Ratespiel ausarten, etwa wie beim Handy. Außerdem benötige ich eine Dioptrien-Korrektur.

  • Ein ausklappbares Display ist wünschenswert weil damit sehr interessante Perspektiven umgesetzt werden können (über Kopf, unterm Knie).

  • Meine bevorzugte Sensorgröße ist der sog. 1 Zoll Sensor, weil diese Größe den besten Kompromiss zwischen Handlichkeit und Qualität bietet. 

  • Die Anfangslichtstärkte des Zoomobjektives sollte bei 1,8 liegen, 2,8 ist in manchen Fällen auch noch akzeptabel.

  • Die Kamera sollte einen sehr guten Stabilisator besitzen. Der Stabilisator ist ein sehr scharfes Schwert für freihändige Aufnahmen bei schlechten Lichtverhältnissen.

  • Die Brennweite sollte mindestens 28 bis 70 mm umfassen. (Für Zoofotografie und Ähnlichen Situationen habe ich noch eine zweite Kamera mit einer Brennweite bis 400mm, die aber nur sehr selten zum Einsatz kommt)

 

Geeignete Modelle wären beispielsweise alle Kameras der Sony DSC-RX 100 Serie und Panasonic DMC-TZ101 / 202.


Zubehör

Das sinnvolle Zubehör lässt sich bei Kompaktkameras auf ein Minimum reduzieren:

  • Handschlaufe für die Kamera (sehr wichtig!)

  • Ersatz-Akkus und/oder Powerbank

  • Speicherkarte, ausreichend für je 100 Bilder pro Urlaubstag (kommt darauf an, ob Sie Raw oder JPG fotografieren oder auch Videos drehen).

  • Tasche für die Kamera

  • Kleines Leichtstativ, das in die Handtasche oder in den Rucksack passt.

Laptop

Ich habe im Wohnmobilurlaub immer einen Laptop dabei. Es macht Spaß, sich abends die Bilder des Tages auf einen brauchbaren Bildschirm anzusehen. Außerdem sortiere ich die Bilder gleich am selben Tag und lösche die unbrauchbaren. Es ist auch ein gutes Gefühl, ein Backup der Bilder zu besitzen.

Software für Bildverwaltung

Was macht man nun, wenn man mit einer Flut von Bildern nach Hause kommt? Man muss aufräumen und sortieren. Dazu ist ein Bildverwaltungsprogramm nötig.

Hier ein kleine Übersicht:
https://www.netzsieger.de/k/bild-verwaltungssoftware

Ich verwende Lightroom. Auch deswegen, weil hier die Bildentwicklung (Nachbearbeitung) sehr mächtig ist und weil die Katalogisierungsfunktionen sehr ausgereift sind.

Das erste, was ich mache, wenn ich die Bilder auf den PC geschaufelt habe, ist die Bilder zu verschlagworten. Zunächst wähle ich alle Bilder auf einmal aus und gebe ihnen den ersten Oberbegriff z.B. „Spanien“. Dann wähle ich alle Bilder z.B. aus Cordoba aus und gebe mit einem Klick allen Bildern den Begriff „Cordoba“ usw.

Dann geht es an die Vorsortierung. Ich schaue mir im Schnelldurchlauf alle Bilder an und vergebe einen Stern für die Bilder, die in der ersten Runde in die engere Wahl kommen. Ab jetzt schaue ich mir nur noch die 1-Sternbilder an. In der Regel werden so innerhalb kürzester Zeit rund 70% der Bilder eliminiert.

Nun kommt es darauf an, was ich mit den Bildern machen möchte. Hier kommt die Farbmarkierung ins Spiel. Rot verwende ich vielleicht für das Fotobuch, Grün für das Internet und Gelb für private Zwecke. Kommt es zu Überschneidungen der Kategorien, lege ich eine virtuelle Kopie von dem Bild an und kann so 2 oder mehr Farben vergeben.
Ab jetzt kann die Selektion je nach Bedarf weiter verfeinert werden.

Am Ende das Prozesse wähle ich meine Selektion an und kann die 100 besten Bilder aus einer ursprünglichen Menge von 1.000 ansehen und zeigen.

Auf meinem PC befinden sich rund 130.000 Bilder (beruflich und privat) - und doch habe ich noch nie länger als 2 Minuten gebraucht, um ein spezielles Bild aus den letzten 10 Jahren zu finden.

Hier die wichtigsten Anforderungen, die ich an eine Bildverwaltung stelle:

  • Verschlagwortung von beliebig vielen Bildern mit einem Klick, über die Grenzen von physischen Ordnern hinweg

  • 5 Sterne Bewertung UND Kategorien nach Farbe

Software für Bildbearbeitung

Bildbearbeitung ist Geschmackssache. Üblicherweise verändert man dabei folgende Eigenschaften des Bildes:

  • Schatten und helle Stellen,

  • Farbsättigung

  • Kantenschärfe bzw. Kantenkontrast

  • Bildausschnitt

 

Wenn man in RAW fotografiert, ist eine nachträgliche Bildbearbeitung zwingend notwendig.
Fotografiert man mit JPG, kann sie eine hilfreiche Bereicherung sein. Dazu sollte man wissen, dass alle Kameras immer zuerst in RAW aufnehmen und in einem zweiten Schritt das JPG herstellen. Im JPG Prozess gehen etwa 80% der Bilddaten verloren und das Bild wird je nach Geschmack und Auffassung des Kameraherstellers „hübsch“ gemacht. Es bekommt lebendige Farben und die Kantenkontraste werden verstärkt, wodurch ein Schärfeeindruck entsteht. Manchmal wird auch das Rauschen vermindert. Der JPG Prozess ist ein Art Bildbearbeitung in der Kamera.
Aus RAW Fotos kann man jedoch noch sehr viele Informationen herauskitzeln. Das geht in JPG nur eingeschränkt, eben weil nur noch 20% der ursprünglichen Datenmenge zur Verfügung steht.

Es muss dabei erwähnt werden, dass Rawbilder immer etwas farbloser erscheinen als JPG und dass die Belichtungskorrektur von -0,3 die Bilder dunkel macht. Die o.g. Einstellungen verlangen deshalb zwingend eine kurze Nachbearbeitung, die ich in Lightroom vornehme.

https://fototraum.land/raw-oder-jpg-was-ist-besser/

RAW an eine, dunstigen, grauen Tag
RAW nach Bildbearbeitung
Show More

Wer nicht mit RAW beschäftigen möchte, kann sich zum Beispiel auch auf die künstliche Intelligenz etwa in einem Smartphone wie das Huawei Mate P20 Pro verlassen. Hier kommen oft exzellente Ergebnisse zustande.

Ich bearbeite meine Bilder in Lightroom. Das geht flüssig und schnell. Besonders oft setze ich sog. Vorgaben ein. Das sind komplette Sets von Bildbearbeitungsbefehlen, die ich je nach Bildbeschaffenheit anklicke. So habe ich mir Vorgaben für zu dunkle, zu verrauschte, zu helle Bilder angelegt, mit denen ich in Sekundenschnelle dem Bild die gewünschte Korrektur verpassen kann.

Besonders schön an Lightroom ist, dass es in YouTube unendlich viele Tutorials für jedes nur vorstellbare Thema und Problem gibt. Andere Bildverarbeitungen können da nicht mithalten, sie sind eben nicht so populär.

Beispiel - Landschaften in Lightroom bearbeiten:
https://www.youtube.com/results?search_query=Lightroom+Landschaft

Das Problem mit Lightroom: Es erfordert etwas Einarbeitungszeit. Auch hier bekommt man Hilfe ohne Ende:
https://www.youtube.com/results?search_query=Lightroom+Anf%C3%A4nger

Wie wird man ein besserer Fotograf

 

Wen Sie von dem Foto-Virus infiziert wurden, weder Sie sich sicherlich irgendwann fragen, wie Sie Ihre Fähigkeiten verbessern können, auch über die Urlaubsfotografie hinaus. Dazu ein paar Gedanken und Ideen.

Grundsätzlich gilt: Man lernt nie aus … und das lebenslänglich. Außerdem ist noch nie ein Meister vom Himmel gefallen und ansonsten gilt üben, üben, üben – außerdem braucht man 10.000 Stunden, bis man etwas richtig gut kann … so ist das halt nun mal.
 

Guter Fotograf?

Was gehört zu einem guten Fotografen?

  • Man sollte sich gute Motive organisieren können. Ohne gute Motive gibt es keine guten Fotos. Gute Motive sind oft eine Sache der Vorbereitung.

  • Man sollte beim Fotografieren hellwach sein und sollte versuchen, soviel wie möglich von dem, was man bisher gelernt hat, anzuwenden. Dabei darf die Fotoausrüstung keine Behinderung darstellen.

  • Man sollte eine Software für Bildverwaltung und Bildbearbeitung einigermaßen beherrschen.

  • Man sollte wissen, wie man seine Fotos wem gegenüber präsentieren möchte, über welches Medium und was dabei zu berücksichtigen ist.

  • Das Wichtigste: Man sollte Spaß dabei haben.

 

Als Fotograf besser werden?     

Das Erkennen eines guten Fotos


Ein Vorschlag:
Suchen Sie sich 5 interessante Motive, machen Sie je 10 Fotos davon und suchen Sie anschließend von jedem Motiv das beste Foto heraus. Alleine durch den Selektionsprozess werden Sie bereits Einiges lernen.
Zeigen Sie die 50 Fotos anderen Personen und erzählen Sie nichts von Ihrer persönlichen Auswahl. Lassen Sie die Fotos bewerten. Ich bin mir sicher, dass es Übereinstimmungen zwischen Ihnen und den anderen geben wird.
Danach können Sie sich überlegen, warum diese Bilder die „Besten“ sind.

Alleine durch das oben erwähnte Sortieren und Selektieren einer größeren Menge von Fotos nach dem Urlaub entwickeln Sie Kriterien dafür, was sie für „besser“ halten.
Gleichzeitig schärfen Sie Ihre Selbstkritik, weil Sie erkennen, was Sie in Zukunft vermeiden wollen.


Inspirationen durch andere Fotografen
 

B & H

B & H ist ein Fotohändler in New York, in dessen Eventspace regelmäßig Top Fotografen ihre Arbeiten vorstellen. Die Videos dazu werden in YouTube veröffentlicht.

Hier eine Auswahl nur zum Thema Reisefotografie:
https://www.youtube.com/results?search_query=B%26H+eventspace+travel

 

Foto-Communities

Ein schwieriges Thema. Hier trifft sich gut und schlecht, kompetent und inkompetent, freundlich und weniger freundlich. Man kann aus Foto-Communities einiges lernen - wenn man kritisch und aufmerksam ist und nicht alles für bare Münze hält.
Ich selbst habe einen Account bei 500px ( https://500px.com/thkussmaul ).

 

Zum Schluss

 

Ich finde es toll und bedanke mich dafür, dass Sie bis hierhin gelesen haben. Ursprünglich wollte ich einen viel kürzeren Beitrag schreiben. Beim Schreiben wurde er aber immer länger. Dabei habe ich ständig gekürzt und konnte viele Dinge nur erwähnen oder andeuten.

Wenn Sie mögen, schreiben Sie mir einen kurzen Kommentar. Ich freue mich darauf.
Konkrete Fragen schreiben Sie bitte über das Kontaktformular.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Kussmaul.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare

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