Reisebericht: Wohnmobil Urlaub Norwegen 2013 - Seite 1

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Vorwort

Unseren Wohnmobil-Urlaub verbrachten wir dieses Jahr in Norwegen. Nach einigen Tagen auf der dänischen Insel Römö verbrachten wir fast den ganzen August in Norwegen. 
Die Überfahrt mit der Fähre erfolgte von Hirtshals nach Kristiansand. Unsere Reise führte uns von Kristiansand bis fast nach Kristiansund in Mittelnorwegen. Wir lernten dabei die Südküste, Stavanger, Fjordnorwegen, Fjorde und Fjells und schließlich auch noch Oslo kennen. Wann immer möglich, nutzten wir die „norwegischen Landschaftsrouten“. Das sind Straßen,  die - ähnlich unserer deutschen Ferienstraßen -  für Touristen besonders empfohlen werden und entsprechend ausgeschildert sind. Oft handelt es sich dabei um Nebenstrecken, manchmal einspurig mit Ausweichstellen und beachtlichen Steigungen. Dafür lotsen sie einen aber durch die allerschönsten Landschaften, die man sich überhaupt vorstellen kann. Zur Rückreise nutzten wir die Fähre von Göteborg nach Kiel.

Norwegen ist ein Traum für alle Wohnmobil Urlauber!

Leider lässt sich die Schönheit dieser unglaublichen Landschaft fotografisch kaum mehr darstellen. Wir haben es trotzdem versucht. Norwegen muss man selbst gesehen haben – sonst glaubt man es nicht! Hier unser Reisebericht (mit ein paar Infos am Ende, die für Wohnmobil Urlaub hilfreich sein können):

 

Zur Einstimmung - hier eine kurze Fotoshow

Anmerkung: Wenn möglich, betrachten Sie bitte die Slideshow in HD.
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Die Route

Der Urlaub kann beginnen

Endlich geschafft.

Das Packen dauerte - wie üblich - viel länger als gedacht.
Dabei hatten wir uns seit Wochen auf unsere Norwegen-Reise vorbereitet. Es wurden jede Menge Videos in YouTube angesehen, über www.visitnorway.com tolle Unterlagen bestellt, über Amazon 2 Wohnmobil Reiseführer geordert, die preiswertesten Fähren recherchiert und gebucht und alle möglichen Norwegen-Routen in Google Earth abgeflogen. Natürlich haben wir auch ganz genau aufgeschrieben, was wir alle mitnehmen wollen.

Unsere Listen waren toll, die Planung umfangreich und gut durchdacht. Hat alles nichts genutzt. Das Packen war Stress - es war ein sehr heißer Tag und es hat einfach gedauert.
Diesmal neu dabei: 2 Pedelecs, die gewichtsmäßig gerade noch so auf unseren Fahrradhalter passen.

Ein paar Tage auf Römö

Unsere erste Station ist Römö, die erste Insel in Dänemark auf der Nordsee-Seite. Römö wurde berühmt durch seinen riesigen Autostrand. Und tatsächlich: wir kommen an einem sehr sonnigen Sonntag an und staunen über die Autos und Wohnmobile, die zu Tausenden kilometerlang in bis zu 3 Reihen hintereinander am Wasser stehen. Da es auf Römö keine Waschstrasse für Wohnmobile gibt, verkneifen wir uns die Autofahrt über den Strand. Wir haben keine Lust, unseren Unterboden und Motorraum zu versalzen und damit ein Rost-Risiko einzugehen. Stattdessen fahren wir mit unseren Pedelecs ans Wasser. Das geht auch recht gut. Manchmal müssen wir absteigen und ein wenig schieben weil der Sand zu weich ist.

Das Übernachten mit dem Wohnmobil in Römö ist kritisch. Für Wohnmobile besteht auf der gesamten Insel zwischen 21:00 und 7:00 ein generelles Parkverbot und angeblich sollen bei einem Verstoß die Bußgelder ziemlich happig ausfallen. Also muss man auf einen der 3 Campingplätze gehen. Wir nutzen die "Quick-Stopps". Das ist eine spezielle Erlaubnis, zwischen 20:00 und 10:00 Uhr in einem speziell ausgewiesenen Bereich vor oder im Campingplatz mit dem Wohnmobil zu übernachten. Bis 10:00 Uhr muss man den Campingplatz verlassen haben. Dafür kostet es etwas weniger als eine volle Campingplatz-Übernachtung (z.B. 16 Euro statt 29).

Wir unternehmen 2 Fahrrad-Touren: einmal in den Norden bis zum militärischen Sperrgebiet und einmal vom Soenderstrand nach Lakolk am Strand entlang über die Piste entlang der Dünen.

Auf Römö herrscht Inselwetter. Das kann sehr schnell wechseln. Die Wettervorhersage für das Festland muss für die Insel auch nicht immer stimmen. Es lohnt sich, bei längeren Ausflügen Regenkleidung einzupacken.

Esbjerg

Etwa 70km nach Römö Richtung Norden besuchen wir in Esbjerg das verrückte Monument mit den vier riesigen Männern, die völlig konsterniert das Meer anblicken. Hier herrscht eine nette Atmosphäre voller Ruhe und Gelassenheit. Wir lassen uns anstecken und bleiben ein bisschen.

Tag 1 in Norwegen - Überfahrt und Ankunft in Kristiansand

Wir lassen es langsam angehen. In Hirtshals machen wir ein Nickerchen. Um 16:00 Uhr ist Check-In am Pier der Fjord-Line. Im Unterdeck der Fähre müssen wir mit dem Wohnmobil ein waghalsiges Wendemanöver hinlegen. Und dann legt die Fähre los ... aber wie! Wir stehen hinten an der Reling und beobachten, welche unglaubliche Power die beiden Antriebe entwickeln. Die Gischt ist geschätzt 30m breit und erreicht Höhen von 8 Metern und mehr. Das Schiff fährt wirklich sehr, sehr schnell. Von Hirtshals bis Kristiansand braucht es gerademal 2 Stunden. Andere Schiffe benötigen dafür locker die doppelte Zeit.

Als wir vom Schiff herunterfahren sehen wir zur Einreise keinerlei Zoll, ja nicht einmal ein Zoll-Büro. Norwegen gehört nicht zur EU, hat aber das Schengen-Abkommen unterzeichnet.

In Kristiansand finden wir auf Anhieb einen angenehmen Stellplatz hinter dem Bootshafen direkt am Wasser. Wir fahren mit den Pedelecs an der abwechslungsreichen Strand-Promenade Richtung Fährhafen und entdecken einen weiteren, kleinen Bootshafen, der umringt ist von hübschen kleinen Restaurants mit Terrassen. Die Atmosphäre hier ist einfach zauberhaft. Wir essen einen Salat und ein einfaches Nudelgericht, trinken 2 Bier und zahlen dafür 80 Euro (weniger zauberhaft).

Nach dem Abendessen, zurück am Wohnmobil, die Überraschung: unsere Tv-Sat-Anlage findet den Astra-Satelliten nicht. Eine kurze Recherche im Internet ergibt, dass der Astra in Norwegen zwar sehr flach steht, aber eigentlich empfangbar sein müsste. Wir lassen es damit erst mal gut sein.

Tag 2 - von Kristiansand nach Ana-Sira

Es ist Samstag, kurz vor 10:00 Uhr. Wir wollen in der Stadt Geld wechseln. In der Innenstadt ist jetzt bestimmt schon eine Menge los. Ob wir wohl im belebten Zentrum eine Bank mit Parkplatz in der Nähe finden können? Wir fahren in die City und staunen. Es sind keine fahrenden Autos und keine Menschen zu sehen. Die Ampeln blinken gelb. Ist Kristiansand eine Geisterstadt? Nach ein paar Kreuzungen sehen wir eine junge Frau, die gelangweilt herumsteht und aussieht, als würde sie auf etwas warten. Wir fahren etwas weiter und finden ein Geschäft, das gerade öffnet.

So langsam dämmert es uns: Die Norweger schlafen offensichtlich noch! Um 10:00 Uhr. Ein Volk von Spätaufstehern? .... sehr sympathisch.
Schließlich finden wir eine Bank mit Parkplatz davor und kommen zu unseren norwegischen Kronen.

Unsere Groß-Richtung ist zunächst einmal Stavanger. Gleich nach Kristiansand führt uns der Weg durch einen Tunnel. Danach beginnt eine landschaftlich fantastische Strecke. Felsen, Wasser, Berge - toll. Wir erinnern uns mitleidig an die fränkische Schweiz und finden den Vergleich sofort unfair und unpassend. Wir reden über etwas anderes.

Wir haben uns übrigens fest vorgenommen, die Verkehrsregeln und insbesondere die Geschwindigkeitsbegrenzungen peinlichst genau einzuhalten. Die Strafen hier sind schwindelerregend hoch. Das langsam Fahren fällt gar nicht schwer. Die Norweger machen es nämlich genauso.

Unser erstes Zwischenziel ist Cup Lindesnes - das Südkap. Dort gibt es am Leuchtturm einen Parkplatz, der von vielen Wohnmobilen zur Übernachtung genutzt wird. Das Gebiet um den Leuchtturm besteht aus einer Felsenlandschaft mit Buchten und interessanter Vegetation. Wir finden, das Kap sollte man besucht haben! Nach einem Spaziergang in den Felsen halten wir uns eine Weile am Leuchtturm auf.

Ein freundlicher Gruß an alle Nordkap-Fahrer: nach dem, was wir auf Fotos gesehen haben, ist das Nordkap längst nicht so schön wie das Südkap und außerdem 2518 Kilometer weit weg!

Übernachten wollen wir hier nicht, lieber noch 2 Stunden fahren. Weiter geht es auf der E39.
Ein Tipp: Tunnel zählen lohnt nicht. Man kommt eh durcheinander. Es sind einfach zu viele.

In unseren beiden Reiseführern finden wir die Empfehlung, über die südliche Strecke, die 44, zu fahren. Das machen wir dann auch. Bei Flekkefjord biegen wir links ab. Die Strecke ist landschaftlich wirklich atemberaubend. Schade, dass es nur so wenige Parkplätze gibt und wir diese wunderschöne Natur nicht fotografieren können. Unterwegs erfahren wir, dass wir uns im Magma-Geopark aufhalten. Hier war vor vielen Millionen Jahren Magma an die Oberfläche geblubbert und hatte diese interessanten Berge und Hügel geformt.

In dem kleinen Ort Ana-Sira finden wir auf Anhieb einen herrlichen Stellplatz, ganz ruhig und direkt am Fjord. Merkwürdigerweise geht hier unser Sat-TV wieder, obwohl wir rund herum von hohen Bergen umgeben sind.

Tag 3 - nach Stavanger

Nach Ana-Sira wird die Landschaft noch aufregender. Uns gehen allmählich die Superlative aus. Ein Bühnenbild-Maler hätte es sich nicht schöner ausdenken können. Die Berge sehen zum Teil tatsächlich so aus, als hätte man sie mit einer zähen Masse dahin geknetet. Die Seen malerisch zu nennen wäre untertrieben. Ein Magma-Geopark eben.

Am Jössing-Fjord machen wir Halt um zu frühstücken. Dabei sehen wir zwei jungen deutschen Anglern zu und lernen, dass man zum Angeln im Fjord und am Meer keine Erlaubnis braucht, sehr wohl aber für Flüsse.

Nach Egersund verändert sich die Landschaft. Hier sieht es eher ein bisschen aus wie in Dänemark, wie in der Bretagne oder im bayrischen Alpenvorland. Leicht hügelig, mit Äckern und saftigen Weiden, mit Schafen und Kühen. Die Häuser sind aber typisch norwegisch.

An einem der Leuchttürme an der Strecke machen wir einen kleinen Imbiss direkt am Meer. Ungewöhnlich: Die Kühe weiden hier direkt am Wasser.

Stavanger erkunden wir zunächst einmal mit dem Wohnmobil. Stavanger ist eine recht moderne Stadt. Hier wohnt und regiert das norwegische Erdöl-Geld. Im Hafen entdecken wir prompt eine private Luxusjacht, groß wie ein 4-stöckiges Haus. In der Ferne sehen wir bereits die Berge des Fjordlandes.

In der Stadt haben wir Probleme mit der Stellplatz-Suche. Unsere Navi-Software hilft uns schließlich, einen tollen Platz an einem Leuchtturm einige km westlich von Stavanger zu finden.

Nebenbei erwähnt: Leuchttürme sind wohl immer ein guter Tipp, um eine Pause mit dem Wohnmobil einzulegen. Es gibt sogar eine Touristen-App für die norwegischen Leuchttürme.

Was haben wir in den beiden ersten Tagen gelernt? Einen norwegischer Kilometer zu fahren, dauert wesentlich länger als ein deutscher. Man ist gut beraten, nicht mehr als einen Schnitt von 20 bis 30km pro Stunde einzuplanen, wenn man vorhat, Nebenstrecken zu fahren und immer wieder mal kurz auszusteigen, um die Schönheiten der Natur zu genießen.

Tag 4 - zum Lysefjord

Nachts regnet es wie aus Eimern. Wir haben natürlich die Oberlichter auf und merken es zu spät. Na gut. Etwas weiter nördlich liegt Bergen, die regenreichste Stadt Europas. Das war wohl schon mal ein Vorbote.

Wir fahren in Richtung Lysefjord. In Stavanger drehen wir noch einmal eine kleine Runde am Öl-Museum. Dort, wo gestern noch eine riesige Luxusyacht lag, ankert heute die Queen Elizabeth, ein gigantischer  Luxusdampfer.
Dann passiert es: Wir verfahren uns und landen mitten in den engen Gassen der Fußgänger-Zone. Peinlich. Hoffentlich kommt jetzt keine Polizei! Hier sollen doch die Bußgelder so teuer sein. Entkommen können wir nicht, da wir von einem Lkw blockiert werden, der in aller Ruhe eine Palette auslädt. Erstaunlich ist, dass sich niemand an uns stört. Egal, die Fußgängerzone ist wirklich hübsch und wer gerne shoppen geht, kommt hier bestimmt auf seine Kosten.

Wir fahren weiter und machen im Meny, einem Verbrauchermarkt, unsere Einkäufe. Was wir nicht finden: Wasser. So ein einfaches Sixpack mit 1,5 Liter Flaschen gibt es hier nicht. Wasser ist hier ein Premium-Produkt und kostet entsprechend viel.
Und nun? Das Wasser aus unserem Tank wollen wir unabgekocht nicht trinken. Beim nächsten Wasserhahn müssen wir wohl unsere Flaschen auffüllen. Wo wir den wohl finden werden?

Auf der Fähre zum Lysefjord zockt man uns ab. Wir sind das letzte Auto, das auf die Fähre fährt. Die Kassiererin gibt uns am Auto 100 Kronen zu wenig heraus. Wir merken das recht schnell und steigen aus um die Frau zu suchen. Sie ist nicht mehr aufzufinden. Und schon ist das andere Ufer erreicht - wir müssen vom Schiff runter - Shit!
Die kurze Überfahrt kostet übrigens 24 Euro.

Nun wird unser Wohnmobil Urlaub majestätisch. Hier beginnt das Fjordland und wieder einmal überwältigt uns die unglaubliche Schönheit dieser herrlichen Natur. Wir finden keine Worte mehr, sie zu beschreiben!

An der nördlichen Bergkette des Lysefjords liegt der berühmte Preikestolen, angeblich das Touristen-Ziel Nummer 1 in Norwegen. Das ist eine Art Balkon in einer Felswand, der rund 600 Meter steil in den Fjord abfällt und jedes Jahr von hunderttausenden Menschen erklommen wird. Um den Preikestolen zu erreichen, muss man auf einem ca. 2-stündigen Anmarsch rund 500 Höhenmeter, zahlreiche Felsen und Klettersteige überwinden.

Wir tun das nicht.

Sind wir zu untrainiert, zu ungesund, zu alt oder doch nur zu faul? Auf den Grund können wir uns nicht einigen. Aber mal ehrlich: wir sind nicht schwindelfrei mit erkennbarer Tendenz zur Höhenangst. Am Preikestolen gibt es kein Geländer, Sicherungsseil oder ähnliches. Dafür macht es doch keinen Sinn, sich diese Quälerei anzutun - oder?

Wir machen etwas Anderes: Wir fahren über eine sehr enge und teilweise sehr steile Straße, die über viele Kilometer lang einspurig verläuft, auf einen total entlegenen Parkplatz, der auf der Südseite des Fjordes genau gegenüber dem Preikestolen liegt. Der Ausblick ist toll. Allerdings ist der Preikestolen in der riesigen Felswand gegenüber nicht leicht zu entdecken. Mit etwas Warten und Glück kann es passieren, dass ein Hobbyfotograf versucht, den gigantischen Lysefjord mit seinem Blitz auszuleuchten. Die Blitze kann man sehr gut sehen und man weiß dann auch sofort, wo der Preikestolen liegt.

Zur Nacht hin wird es kalt und es regnet ordentlich.

Tag 5 - vom Lysefjord nach Röldal (Ryfylke-Weg)

Die Nacht war kalt und es hatte viel geregnet. Wir werden vom sanften Gebimmel der Schafe geweckt, die in unmittelbarer Nähe unseres Womos weiden. Hier tragen die Schafe kleine Glocken um den Hals, wie die Kühe in den bayrischen Alpen. Ansonsten herrscht hier oben eine unglaubliche Stille.

Wir beobachten 2 Radfahrer, die völlig locker die gleiche Strecke empor radeln, die wir tags zuvor mit Mühe im ersten Gang geschafft hatten. Es sind 2 Österreicherinnen, mit denen wir ein bisschen plaudern und unsere Norwegen - Erfahrungen austauschen.

 

Als heutige Strecke haben wir uns den Ryfylke-Weg vorgenommen. Das ist eine der touristischen Routen - ähnlich der deutschen Ferienstraßen - die durch die schönsten Landschaften Norwegens führen. Die Strecke verläuft vom Lysefjord bis nach Röldal.

Wir tanken - und zwar an einer Diesel-Zapfsäule. Also: Zapfhahn rein und Diesel laufen lassen. Da stürzt eine Mitarbeiterin aus der Tankstelle und marschiert mit festem Blick auf uns zu. STOPP IT! Sie verlangt, dass das Betanken sofort abgebrochen werden muss. Ich verstehe nicht und frage zurück. Das Diesel wäre nur für Lkws. Das macht doch eigentlich nichts - oder? Wir diskutieren. Inzwischen ist der Tank voll, die Dame zuckt mit den Achseln und vertrollt sich wieder. Beim Bezahlen erfahre ich, dass wir steuer-reduziertes Diesel für Lkws getankt haben, das u.a. speziell eingefärbt wäre. Das ist in Norwegen eine happige Straftat. Auweia!

Beim Weiterfahren rechnen wir nach. Diesel normal kostet 1.79 Euro, Diesel reduziert 1.35 Euro. Wir haben also rund 25% gespart (bzw. unterschlagen). Wir wundern uns darüber, dass die Spritpreise hier so hoch sind. Norwegen ist doch ein Erdöl-Land!

Weiter geht es die Touristen-Route entlang. Im Reiseprospekt von visit-norway steht "der Weg ist das Ziel". Genauso ist es. Hinter jeder Biegung eine neue Landschaft - eine schöner als die andere. Weite Fjorde, Berge, Seen, hübsche rot und weiße Häuschen. Die Schönheit dieser Landschaft lässt sich fotografisch nicht mehr einfangen!

Über den Weg als solchen muss allerdings auch etwas gesagt werden. Insgesamt ist die Straße gut ausgebaut und lässt sich für norwegische Verhältnisse zügig befahren. Manchmal wird es aber schon ziemlich eng. Wenn dann ein dicker Lkw entgegen kommt, kann es schon sein, dass man rechts auf Tuchfühlung mit der unbehauenen Felswand geht, den Fahrerspiegel einklappt und sich Zentimeter für Zentimeter mit dem Womo vortastet, um unbeschadet aus der Situation wieder heraus zu kommen.

Kurz vor Sauda machen wir einen kleinen Spaziergang am Svandals Fossen, einem Wasserfall, der uns wohl einen Vorgeschmack geben soll auf die berühmten norwegischen Wasserfälle, die noch vor uns liegen.

Zwischen die beiden Städtchen Sauda und Röldal wird die Strecke grandios. Zunächst fahren wir durch ein steiles, dunkles Tal, das wilder nicht sein könnte. Durch steile, schroff abfallende, kantige Felsen verläuft ein wilder Bergbach. Die Straße ist weitgehend einspurig. Abenteuerlich!

Weiter geht es höher und höher. Plötzlich, nach einer Biegung, eine völlig neue Landschaft wie von einem andere Planeten. Bei 900 Metern Höhe ist die Baumgrenze erreicht. Wir fahren durch eine spärlich mit Gras bewachsene Felslandschaft, vorbei an verwunschenen Seen in bewölkter Abendstimmung. Fast unwirklich.

Die Straße ist schon lange einspurig mit kleinen Ausweichbuchten. Ganz oben, in 1000 Meter Höhe - wir parken gerade am Straßenrand in einer Bucht - kommt uns plötzlich ein riesiger Tanklastzug mit Anhänger entgegen. Er transportiert flüssigen Sauerstoff. Unglaublich! Wir können uns absolut nicht vorstellen, wie wir mit unserem Womo auf der zurückliegenden Straße an diesem Monster vorbei gekommen wären. Wir können uns nicht einmal vorstellen, wie der überhaupt die enge Straße, die wir gerade eben hergekommen sind, fahren kann. Was für ein Glück, dass wir gerade in einer Ausweichbucht standen!

Danach fahren wir eine sehr steile Serpentinen-Straße nach Röldal herunter, die so eng und steil ist, dass wir uns fragen, ob – im Vergleich - um den Trollstieg nicht ein bisschen zu viel Gewese gemacht wird.

In Röldal angekommen gehen wir auf den erstbesten Campingplatz. Nach rund 180 km sind wir schlagkaputt!

Hier endet der Ryfylke-Weg. Unser Fazit: traumhaft! Diesen Weg sollte man unbedingt gefahren haben.

Die Route führt über 2 Fähren. Preis jeweils 25 Euro.